Lisa Wilsch

Jahreslosung 2023

Wüste (Foto: Klaus-Christian Hirte)

Du bist ein Gott, der mich sieht. (1. Mose 16,13)
Die K-Frage – eine Sache des Ansehens?

Muss eine Frau (ein Paar) heute Kinder haben, um Ansehen in der Gesellschaft zu haben? Natürlich nicht!

Ist dann die K-Frage (also der Kinderwunsch) für das Paar resp. für die Frau egal? Das nun auch wieder nicht! Ganz im Gegenteil!

Der Kinderwunsch ist selbst heute noch etwas ganz Zentrales im Leben vieler junger Menschen, aber daran hängt nicht mehr die Würde oder das Ansehen einer Person. Das war nicht immer so! Früher hing das Ansehen einer Frau davon ab, ob (und wie viele) Kinder sie hatte. Eine Geschichte, die uns die Problematik vor Augen führt, ist im ersten Buch Mose im 16. Kapitel beschrieben.

Abraham und Sarah blieben zunächst kinderlos. Um doch noch Nachkommen zu haben, „gab“ Sarah ihrem Mann (Abraham) ihre Sklavin (Hagar), damit er mit ihr ein Kind zeuge. Das klappte auch! Aber damit hörten die Probleme nicht auf.

Schliesslich fand sich Hagar verzweifelt an einem Brunnen mitten in der Wüste wieder und wusste weder ein noch aus. Da erschien ihr ein Engel und half ihr zurück ins Leben. Hagar war so erleichtert, dass sie diesen Moment als etwas Göttliches deutete und zu Gott sagte: Du bist ein Gott, der mich sieht. (1. Mose 16,13) Gott hatte Mitgefühl mit Hagar. Er hatte erkannt, was die K-Frage für sie in der damaligen Gesellschaft bedeutete (nämlich die Gefahr der Ausgrenzung). Wenn sie von "sehen" spricht, meint sie das "Ansehen", das nichts anderes als "Würde", ja das ganze Menschsein bedeutet.

Dieser Vers ist die Jahreslosung für das Jahr 2023. Gut, wenn Gott ein "Einsehen" mit uns und unseren grossen Lebenssorgen hat und uns damit nicht allein lässt.

Ihr Pfr. Martin Domann
Bereitgestellt: 05.12.2022      
aktualisiert mit kirchenweb.ch