Jahreslosung 2026
Siehe, ich mache alles neu!
Es gibt Zeiten, da ist der Alltag dicht, wiegen die Nachrichten schwer und die eigene Befindlichkeit sucht nach einer heilsamen Balance, die Hoffnung nicht zu verlieren. Da schwingt dieser Zuruf aus der Offenbarung wie ein Hoffnungsschimmer hinein in unsere Ohnmacht, dass eine Veränderung zum Guten, zum Frieden zum ökologischen Gleichgewicht möglich ist.
Im letzten Buch der Bibel lässt uns Johannes an seiner Vision teilhaben, die ihm auf der Insel Patmos offenbart wurde. Seine Worte sind verheissungsvoll: "Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. (…) Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der Allmächtige … Siehe ich mache alles neu!“
(Offenbarung 1, 4.8, 21,5).
Hoffnung
Diese gewaltige Ansage lenkt den Blick am ausgehenden Jahr 2025 hinein in das vor uns liegende Jahr 2026. Was wird es bringen? Wie wird die Hoffnung auf Veränderung zum Besseren erreicht, wird es überhaupt eine Verbesserung geben? Und was können wir dazu beitragen? Was ist mit unseren persönlichen Hoffnungen und Wünschen für unser eigenes Leben inmitten all der politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Herausforderungen?
Der Stern im Regenbogen
Die Künstlerin Stephanie Bahlinger hat diese Spannung in ihrem Bild zum Ausdruck gebracht. Zuerst fällt der Regenbogen ins Auge. Er erinnert an die Verheissung der Erneuerung nach einer dunklen Periode der Menschheit. Der Regenbogen steht als Zeichen eines neuen Bundes der Hoffnung zwischen Gott und uns Menschen. Mitten im Regenbogen leuchtet ein Stern, wie jener, der die drei Weisen zum Friedenskind führte.
Zwischen Himmel und Erde
An vielen Stellen der Bibel tauchen Berührungen zwischen „Himmel und Erde auf. „Siehe!“ Schau genau hin! Hier passiert etwas, was sonst deiner oberflächlichen Wahrnehmung verborgen bleibt. Du kannst Gottes alles verändernde Kraft, „das Neue“, in dieser oft angefochtenen „Zwischenzeit“ erfahren, dargestellt durch das mittlere Feld in der Grafik.
Verheissung und Trost
„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ (Offb 21,4). Kein pathetisches Versprechen, sondern ein zärtliches Bild: Gottes Hand, die behutsam Tränen trocknet. Ein Gott, der nicht fern ist, sondern mit mir fühlt. Die Verheissung „Siehe, ich mache alles neu!“ erzählt davon, dass ich gehalten bin – auch dort, wo ich den Weg nicht mehr sehe. In all meiner Endlichkeit steht mir Gottes Ewigkeit gegenüber: ein Raum von Licht, Frieden und Geborgenheit. In dieser Geborgenheit weitet sich mein Blick und ermutigt mich, zuversichtlich zu leben. Es entlässt mich nicht aus der Verantwortung für mein Leben und die Welt, aber es befreit mich ein wenig von der Hilflosigkeit gegenüber der Not der Welt.
Gott, danke für deine erneuernde Lebenskraft. Danke, dass du deine Schöpfung und meine kleine Welt nicht aufgibst. Auch wenn ich es oft nicht sehen kann, du bist da in meinem Leben, in allen Farben des Regenbogens. Amen.
Pfarrerin Susanne Ziegler