Tamara Minder

Geistliches Wort zum Muttertag

sonme451-daisy-5003883_1280 (Foto: www.pixabay.com (Sonia Mertens))

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)
Wenn ich an den Muttertag denke, kommen mir Erinnerungen aus meiner Kindheit. In der Schule haben wir jeweils kleine Geschenke gebastelt. Natürlich durfte meine Mutter davon nichts merken. Also habe ich mein Werk ganz unauffällig im Zimmer versteckt – meistens unter dem Bett. Dort lag es sicher bis zum grossen Moment am Muttertag.

Mit der Zeit hat sich das Bild gewandelt. Als meine eigenen Kinder klein waren, haben sie es genauso gemacht. Auch sie haben gebastelt, gemalt und vorbereitet. Und am Muttertag brachten sie mir ihre kleinen Überraschungen zum Frühstück an den Tisch. Man sah ihnen an, wie sehr sie sich freuten, etwas schenken zu können. Manchmal sagten sie auch ganz ernst: „Mami, das Geschenk ist kein Staubfänger – du kannst es gut gebrauchen!“

Solche Erinnerungen zeigen, worum es an diesem Tag eigentlich geht: nicht um grosse Geschenke, sondern um Liebe, Dankbarkeit und Aufmerksamkeit. Oft sind es die einfachen, selbstgemachten Dinge, die am meisten berühren – weil in ihnen Zeit, Mühe und Herz stecken.

Der Muttertag erinnert uns daran, wie wichtig Menschen sind, die für andere Sorgen, begleiten und da sind. Viele von uns denken dabei an ihre Mutter. Andere denken vielleicht an Menschen, die für sie wie eine Mutter geworden sind.

In der Bibel finden wir ein schönes Bild für Gottes Liebe. Dort heisst es: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66,13)

So wie eine Mutter ihr Kind im Herzen trägt, so trägt auch Gott uns. Seine Liebe begleitet uns – ein Leben lang. Vielleicht ist der Muttertag eine Einladung, einmal bewusst Danke zu sagen: für Mütter, für Menschen, die uns geprägt haben, und für all die kleinen Zeichen der Liebe im Alltag.

Gebet
Guter Gott, wir danken dir für alle Mütter und für alle Menschen, die mit Liebe für andere da sind. Segne ihre Geduld, ihre Fürsorge und ihre Kraft. Tröste alle, die jemanden vermissen, und lass uns dankbar sein für die Menschen, die unser Leben reich machen. Amen.

Karin Rätzer, Sozialdiakonin
Bereitgestellt: 27.04.2026      
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